und was geschieht mit dem Rest?

Aktualisiert: 21. Apr. 2021




In der Textilindustrie ist die Materialbeschaffung ein zentrales Thema. Die Stoffmessen finden noch im Design Prozess oder kurz danach statt. Grössere Mengen müssen frühzeitig bestellt oder produziert werden, oftmals noch bevor die genauen Stückzahlen bekannt sind. So ist es klar, dass es zu immensen Mengen an Stoffabfällen kommt. Doch was geschieht damit?


Das Problem beginnt schon beim Modezyklus. Die grossen Firmen kaufen die Stoffe und speziell die Prints meist exklusiv ein. Das bedeutet, keine andere Firma bekommt den gleichen Stoff. Auch nachdem die Kollektion produziert und verkauft wurde, möchte die Firma nicht, dass eine andere Marke denselben Stoff verwendet. So werden die Stoffe verbrannt. Dasselbe passiert, wenn am Ende noch drei- oder vierhundert Meter Stoff übrig bleiben. Das klingt erst mal nach viel, reicht jedoch lediglich für zweihundert Kleidungsstücke. Was bei einer grossen Firma nichts ist. Da lohnt sich der Aufwand nicht, um noch einen Abnehmer zu finden - und schon wieder landet das wertvolle Rohmaterial in der Abfalldeponie (im besten Fall).


Doch es ist auch ein Problem unserer Zeit, dass wir in jeder Kollektion neue Farben und Muster sehen möchten. Dass wir erwarten, dass jede Kollektion ein ganz neues Bild zeigt. Auch wenn wir von Basics reden, so soll es doch immer wieder ganz neu sein.


Es gibt einige Labels, die dagegen ankämpfen und bewusst mit Stoffresten aus der Textilindustrie arbeiten. Jedoch ist der Aufwand, um an die Materialien zu kommen, sehr gross. Es gilt zu hoffen, das sich diese Kanäle öffnen und die Wege einfacher werden.


Dann wäre da ja noch das Recycling. Stoffe können nur zu hundert Prozent recycelt werden, wenn es sich nicht um ein Mischgewebe handelt. Im besten Fall ein Naturprodukt. Da jedoch aus Kosten- und auch technischen Gründen das nicht immer möglich ist, gibt es schon das erste Hindernis. Ihr seht also, Reststoffe sinnvoll zu verwerten ist nicht so einfach, wie es scheint. Es gibt noch viel Raum für neue Ideen, die mit Sicherheit in der nächsten Zeit kommen werden.


Unser Lösungsweg ist relativ simpel und für uns als Start-up gut machbar. Wir machen eine Pre-Collection aus den Reststoffen.

Das bedeutet, dass wir alle Stoffe aus der letzten Kollektion aufbrauchen und ihr die exklusive Möglichkeit habt, die Sommerkollektion schon früher in stark limitierten Farben zu erhalten.


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